3PL – Third Party Logistics Provider
3PL, externer Dienstleister!
Was macht ein produzierender Kunde ohne eigene Transportmittel oder Lagerplätze?
Er übergibt die anfallenden logistischen Aufgaben an einen Dienstleister!
Damit ist schon mal der erste Schritt zur Erklärung eines 3PL (Third Party Logistics Provider) getan. Früher nannte man alles einfacher, der 3PL war ein externer Dienstleister und genügte seinen Aufgaben ebenfalls. Heute, im Zeitalter der komplizierten, internationalisierten Begriffe ist 3PL – Third Party Logistics Provider – ein umfassender Begriff für den externen, logistischen Dienstleister für Industrie und Handel.
3PL ist vor allem für den Kunden sehr bequem – ihm wird alle logistische Verwaltung abgenommen.
Viele Kunden verlagern ihre Lagerlogistik und Transportlogistik zu einem solchen externen Dienstleister und haben mehr Kapazität für weitere Kundenaquise oder Weiterentwicklung ihrer Produktpaletten.
Der 3PL kann jedoch mehr als Waren transportieren oder lagern. Er bietet gleich die ganze Palette an zusammenhängender, logistischer Dienstleistungen an.
3PL – ein Distributionsweg
Vielleicht wird das an einem Beispielablauf deutlicher:
- Die Ware wird produziert – der 3PL bekommt eine Meldung vom Werk oder Kunden, daß die Ware nun übernommen werden kann
- Der externe Dienstleiser holt die Ware an der Produktiosstätte ab (oder beauftragt ein Transportunternehmen sofern er nicht über eine eigene Transportflotte verfügt)
- 3PL Lagert die Ware ein und gibt eine Rückmeldung an seinen Kunden ab über die Übernahme der Ware, die Qualitätssicherungsprozesse und weitere vereinbarte Informationen
- Der Kunde verkauft einen Teil der Ware an einen Discounter. Der Discounter hat jedoch spezielle Anliefervorschriften und benötigt eine zusätzliche Auszeichnung der Ware.
- Kunde fragt bei 3PL die Konditionen für die zusätzliche Arbeit an sofern keine Offerten vorab vorliegen. 3PL führt alle notwendigen Arbeiten der zusätzlichen Leistungen und der Konfektionierung durch gemäß der Anforderungen für die Anlieferung beim Discounter.
- 3PL erstellt ggf. die notwendigen Dokumente für die Anlieferung (Lieferscheine etc.)
- 3PL avisiert die Anlieferung beim Discounter und vereinbart einen Anliefertermin.
- Nun führt der 3PL den Transport durch, oder, wie schon oben erwähnt, beauftragt wiederrum ein Transportunternehmen seines Vertrauens. Ware wird angeliefert. 3PL meldet dem Kunden anhand quittierter Lieferscheine oder Warenbegleitscheine die Zustellung der Waren beim Discounter.
Alternativ können sicherlich auch automatisierte Systeme eingesetzt werden in denen der Kunde immer auf dem neusten Stand des Transport- und Verarbeitungsprozesses ist.
Vorteile beim Einsatz eines 3PL
- allen Vorteilen voran ist wohl die Flexibilität beim Einsatz eines 3PL. Der 3PL hat in aller Regel weitaus weitere Möglichkeiten im Transport und der Lagerung, kann schneller zustellen und auch schneller auf schwankende Bedürfnisse und Volumina des Kunden reagieren
- Ganz klar ist auch die Ersparnis. Ein Kunde mit eigenem Lager, eigenem Personal etc. hat natürlich höhere Fixkosten welche unabhängig von der Auftragslage sind. Ein Lager und das Personal oder der eigene Fuhrpark kostet auch dann was wenn nicht oder wenig gearbeitet wird.
Und beim besten Willen: mir fällt kein Nachteil ein. Vielleicht wird der eine oder andere Kommentierende hier Nachteile aufbringen können :)
Categories: Definition Tags: 3PL, Dienstleister, externer Dienstleister, Supply Chain, third party
Logistik 2010 weiterhin optimistisch
2010 soll wieder Aufschwung in die Logistik bringen.
Sehr optimistisch.
Sehr viele Spediteure und Logistiker mit denen ich dieses Jahr gesprochen habe beklagen starke Einbußen in Transporten und Lagerung, vor allem wenn sie mit der Automobilindustrie zusammenhängen.
Der Wirtschaft der Automobilindustrie und deren Zuliferer geht es auch Ende 2009 nicht besser oder nicht gut genug um eine positive Sicht der Dinge zuzulassen. Meiner Ansicht nach.
Logistik 2010 – optimistisch logistisch!
Woher dann die positive, optimistische Einstellung gegenüber der Logistik 2010?
Vom reinen Bauchgefühl heraus behaupte ich mal, daß die Logistik zwar nicht unbedingt weitere Einbußen verzeichnen wird (wissen kann man es leider nie, spontante Ereignisse lassen jede Rechnung wie ein Kartenhaus zusammenfallen), sich aber auch nicht so schnell erholen wird.
Eine Grundlage zur Erholung wäre die stabile Wirtschaft der Zulieferer, der verarbeitenden Betriebe und nicht zuletzt die der Investoren, die sich seit der Bankenkrise doch eher bedeckt halten und ihre Investitionen ein drittes mal überdenken.
Rein logisch betrachtet eine “einfache Sache” – etwas mehr Risikobereitschaft auf allen Ebenen und man könnte ein weiteres Wirtschaftswunder, nicht nur in der Logistik, erwarten.
Mal auf den Punkt gebracht: die Krise herrscht hauptsächlich in der Handlung und in den Köpfen vor. Nachwievor, vor der Krise wie währenddessen und sogar dannach liessen sich viele der enstandenen wirtschaftlichen Probleme einfacher lösen.
Wer zu früh den Rückzieher macht ist letzendlich der große Verlierer und braucht nicht auf den zukünftigen Aufschwung hoffen. Innitiative ist das Stichwort.
Soviel zur etwas pessimistischeren Einstellung der Logistik und der Wirtschaft 2010 gegenüber. Gewiss werden auch 2010 unzählige LKW über die Autobahnen rollen, Container auf Schiffe und Flugzeuge verladen und die Läger mehr oder minder gefüllt werden. Noch ist die Situation kein Weltuntergang und irgendwann werde ich sicherlich auch einen weitaus optmistischeren Beitrag verfassen können (vielleicht schon Ende 2010? ;)
Categories: Wirtschaft Tags: Logistik, Logistik 2010, Logistiker, Supply Chain, Wirtschaft
