Der Fahrermangel, noch vor 2014, ist derzeit das populärste Thema. Der wachsenden Industrie wird ein Transportproblem Straße begegnen in einem noch nicht kalkulierbaren Ausmaß.
Zwar werden gut 2000 Ausbildungsstellen zum Lastkraftfahrer subventioniert in der BRD, aber es finden sich nicht weitgehend genug Bewerber die diese Arbeit auch machen möchten.
Letztendlich würden nicht einmal die 2000 vollbesetzten Ausbildungsstellen reichen um den Nachwuchs im Transportwesen für die wachsende Wirtschaft zu sichern.
Spätestens 2014 wird sich das Problem mit den LKW Führern verstärken: nicht jeder wird alle Module machen wollen oder können. Der Supergau für den Straßenverkehr.
Job: LKW Fahrer – nicht attraktiv genug
Der Beruf des Berufskraftfahrers leidet nicht nur unter schlechter Entlohnung, schlechter, zum Teil unzumutbarer Arbeitszeit, sondern auch unter schlechtem Ruf als Schlußlicht jeder logistischen Kette.
Ein alter Spruch sagt nicht umsonst aus, daß die Kette nur so stark ist wie die schwächste Kette im Glied.
Auch wenn ich die Berufskraftfahrer nicht als schwächstes Glied in der Kette bezeichnen würde, so würde ein Einbruch in dieser Stelle Probleme verursachen die derzeit noch unberechenbar sind. Ein Umdenken ist jetzt notwendig. Bevor es soweit kommt.
Ausbildungsberuf Berufskraftfahrer
Wie schon erwähnt, schreckt der Beruf des Berufskraftfahrers viele ab vor diesem Schritt. Zu viele Nachteile werden einem präsentiert. Man sollte jedoch bedenken, daß es bald eben so weit sein wird, daß ein Mangel auftritt.
In der Regel, und dem Gesetz des Angebotes und der Nachfrage, erhöht es auch den Wert des Berufsfeldes.
Wie dringend das Thema ist beweist der folgende Satz: ich könnte Euch bei Eignung auf Anhieb 2-3 Ausbildungsstellen als Berufskraftfahrer vermitteln im südlichen Raum Münchens.
Wer sich angesprochen fühlt, kann sich dementsprechend melden um Weiteres zum besprechen. Chancen nutzen für die Zukunft und Berufskraftwagenfahrer werden.


Tja, der Beruf des BKF.
Wenn ich ganz ehrlich bin, würde ich diesen Job mit der momentanen Erfahrung auch kein zweites Male in Angriff nehmen, denn es gibt wohl kaum einen Job, in welchem ich als Angestellter selbst für das Umfallen eines Sackes Reis in China verantwortlich gemacht werde.
Arbeitszeiten sind noch nichteinmal das schlimmste, damit kann man sich arrangieren, aber der Ruf in der Öffentlichkeit, das Vorgehen für (beauftragte) Vergehen seitens der Organe, die Kontrolldichte, die Entlohnung, die Hirachie innerhalb eines Betriebes, das Abwälzen von Verantwortung auf den Fahrer, die Nebenkosten, und und und machen diesen Beruf extrem unattraktiv.
Wenn ich mir beispielsweise anschaue, was derzeit in meiner Firma abgeht, bin ich ernsthaft am Rätseln, ob ich damals unter Drogen gestanden habe als ich den Entschluß fasste, den Beruf des BKF zu erlernen.
Meine Meinung heute?
Fahrer und Disponenten sind in der Firmenhirachie auf GLEICHER Stufe, Kontrollen finden verstärkt IN den Betrieben statt und nicht auf den Straßen, Fahrerhäuser haben mindestens Stehhöhe und sind mit Vollklimatisierung ausgestattet, Pauschallöhne werden durch Stundenlöhne ersetzt (per verbindlichem Gesetz), und Gesetze und Verordnungen werden deutlich entwirrt und aufeinander abgestimmt, Ladetätigkeiten (und damit verbundene LaSi) fallen nicht mehr in den Aufgabenbereich des Fahrers – dann sind die Grundbedingungen geschaffen, dass dieser Beruf auch wieder langfristig Zukunft hat. Dann kämen die Fahrer ganz von alleine, und die Qualität würde auch stimmen.
Moin,
ich bin grad durch die Blogroll bei truckstop24.net hier gelandet und lese von einem Thema, was mich immer stärker verfolgt, dem Fahrermangel.
Da ich an einer Ausbildung im Bereich Berufskraftfahrer interessiert bin, wäre es gut wenn Sie mir eine Mailadresse zwecks weiterer Absprachen geben würden.
Vielen Dank, Robert
Hallo Ihr beiden, entschuldigt zunächst die späte Antwort. Beruflich ging es drunter und drüber, sodaß einige Aktivitäten hängen geblieben sind.
@Sven
In der Form, wie es den Fahrern geht, erfahre ich nur durch Beobachtung oder eben jene Artikel die zum Schreiben motivieren.
Als Disponent in der Industrie ist es natürlich ein Unterschied zu einer “gewöhnlichen Spedition” – da kommt man sich nicht so nahe wie es normalerweise ist.
Natürlich bekommt man auch da die Situation mit, aber nicht in der Weise eben.
Der Fahrer hat eben den großen nachteil, daß er am Ende der Kette ist und alles auf ihn abgewälzt wird, auch wenn es nicht richtig ist.
@Robert
Aus beruflichen Gründen wurde der Kontakt zu der Möglichkeit der Ausbildung zum Berufskraftfahrer abgebrochen, sodaß ich diese Option derzeit nicht mehr anbieten kann.
Ich werde aber auf jeden Fall die Augen offen halten und per E-Mail informieren sobald ich etwas weiß.
Würde mich freuen etwas vermitteln zu können.
LKW Fahremangel
Fahrermangel? Nein, den gibt es nicht. Es gibt eher ein Mangel an Speditionen, die Ihre Fahrer als das Behandeln was Sie sind: Menschen die durch Ihre Arbeit vernünftiges Geld verdienen wollen und nicht mit einem besseren Schmerzensgeld abgespeist werden wollen, bei dem man noch Hartz IV beantragen muss, damit man als arbeitender Mensch seine Familie ernähren kann.
Neues aus der Anstalt des Transportgewerbes
“Fahrer sind leicht zu ersetzen”
Wolfgang Anwander, Leiter des Tarifausschusses im Landesverband Bayerischer Tranportunternehmer LBT sieht bei den anstehenden Tarifverhandlungen in der Transportbranche wenig Möglichkeit zur Lohnsteigerung. “Wie soll man einem nackten Mann in die Tasche greifen”, entgegnete Anwander der öffentlichen Forderung von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle, der in diesem Jahr “kräftige Lohnerhöhungen” für möglich hält. “Wir haben nach der Dieselpreisrallye 2008, der Mauterhöhung 2009 und der Wirtschaftskrise mit dem einhergehenden Preisverfall zwei desaströse Jahre hinter uns. Somit ist also nichts in der Kasse”, beklagt Anwander.
Den Vergleich mit der Stahlindustrie will der Unternehmer nicht gelten lassen: “Wir vegessen, dass der Arbeitsplatz des Fahrers mobil und leicht zu ersetzen ist”, erklärt der LBT-Mann, wir können durch einen Bulgaren oder Portugiesen zu Preisen ausgetauscht werden, bei denen mir die Augen tränen.” In Bezug auf einen möglichen Streik sendet Anwander ein klares Signal an die Gewerkschaft: “Wenn Verdi dieses Zauberwort kurz vor Weihnachten ausspricht, wird vor allem bei der Spedition der Baum brennen.” Angesichts der zum 1. Mai 2011 kommenden Arbeitnehmerfreizügigkeit appelliert Anwander: “Die Herren Hundt und Co. mögen sich überlegen, wie sie das politisch steuern können, wenn ein Unternehmer aus Regensburg seine 20 Stammfahrer in die Wüste schickt und 20 Tschechen anheuert. Die können auf der B20 bequem pendeln.” (mo)
LKW Fahrer ” Billiger wie Dreck ”
System beruht auf Ausbeutung
Nämlich zu nichts anderem als einem „Race to the bottom“, das eine Spirale der kontinuierlichen Verschlechterung des Lebensstandards in Gang setzt. Eine Spirale, die, wie der Fall der bulgarischen oder rumänischen Lkw-Fahrer zeigt, geradewegs in die Verelendung führen kann.
Die ETF-Demonstranten haben am Montag deutlich gemacht, dass sich ihre Proteste nicht gegen die osteuropäischen Kollegen richten: Diese sind in der Tat die Opfer und nicht die Täter in diesem kriminellen Ausbeutungssystem.
Wie ETF-Generalsekretär Eduardo Chagas am Montag erklärte, verschlechtert sich die Lage in diesem Sektor zusehends. Und zwar nicht, weil es in Europa keine Regeln gäbe, sondern ganz einfach weil deren Einhaltung nur höchst unzureichend überwacht wird: Überladene Laster und übermüdete Fahrer gehören deshalb auf Europas Straßen zum Alltag.
Schlimmer noch: Die systematische Missachtung der Sicherheitsbestimmungen und die rücksichtslose Ausbeutung der Fahrer sind geradezu das Fundament eines Systems, das garantieren soll, dass der Gütertransport über die Straße billig wie Dreck bleibt.
Nun mögen niedrige Transportkosten ja auf den ersten Blick als eine wunderbare Sache für Konsum und Konjunktur erscheinen.
Doch darf man nie aus den Augen verlieren, welchen realen Preis die Allgemeinheit dafür zahlt: Armeen von miserabel bezahlten Fahrern, gigantische Kosten, die durch Unfälle verursacht werden, sowie die vom alltäglichen Wahnsinn auf unseren Straßen verursachten ökologischen Zerstörungen sind die direkten Konsequenzen einer liberalen Transportpolitik, in der die Profite grundsätzlich über das Wohl der Menschen gestellt werden.
Es ist tatsächlich eine Spirale! Nicht zuletzt die Industrie zwingt die Unternehmen, neben der Profitsteigerung, zu solchen Maßnahmen.
In der Tat zahlen die Fahrer die Zeche.